Direkt zum Hauptbereich

Hoffenheim stoppt Bayer 04: Niederlage, Personalsorgen und Blick auf den Pokal

 




Ein gebrauchter Sonntagnachmittag am Werkself-Radio 📻

Nach der starken Europapokal-Nacht auf Kreta und dem überzeugenden Heimsieg gegen Freiburg bin ich eigentlich mit richtig gutem Gefühl in diesen Bundesligasonntag gegangen. Da ich das Spiel nicht im TV schauen konnte, lief wie so oft das Werkself-Radio auf meinen Ohren. Doch was ich da über 90 Minuten mitverfolgen musste, war leider schwere Kost und hat meiner Wochenend-Laune einen ordentlichen Dämpfer verpasst.

Unsere Werkself konnte zu keinem Zeitpunkt an den dominanten, spielfreudigen Auftritt aus den letzten Wochen anknüpfen. Die Beine wirkten nach den Reisestrapazen schwer, in den Zweikämpfen fehlte der nötige Zugriff und das Passspiel nach vorne versandete viel zu oft schon im Mittelfeld. Hoffenheim hat uns von Beginn an aggressiv attackiert und uns genau die Räume genommen, die wir sonst so clever bespielen.

Zähe erste Hälfte und der frühe Diaby-Schock

Bereits vor dem Pausenpfiff gab es den ersten herben Rückschlag für uns: Moussa Diaby fasste sich ohne gegnerische Einwirkung an den Oberschenkel und musste in der 41. Minute ausgewechselt werden. Wenn ein Schlüsselspieler so früh runter muss, tut das dem gesamten Offensivspiel weh. Bis dahin war es ein zähes Ringen, bei dem wir sogar noch Glück hatten, als ein Schuss von Adam Hložek kurz vor der Pause nur an den Pfosten klatschte.

Zur Pause stand es 0:0, und ich hatte am Radio noch die Hoffnung, dass die Mannschaft im zweiten Durchgang eine Schippe drauflegen und das Spiel an sich reißen würde.

Die Schlussphase zum Vergessen

Doch die erhoffte Steigerung blieb aus. Bayer bemühte sich zwar um Ballkontrolle, fand aber überhaupt keine Tiefe. Und dann kam die Schlussphase, in der alles zusammenbrach:

  • 79. Minute: Ein unglückliches Foul von Edmond Tapsoba im Sechzehner – nach VAR-Eingriff gibt es Strafstoß. Andrej Kramarić bleibt eiskalt und schiebt zum 1:0 für die TSG ein.
  • 89. Minute: Alexander Prass erhöht auf 2:0, zieht sich beim Jubeln das Trikot über den Kopf und fliegt mit Gelb-Rot vom Platz.
  • 90.+6 Minute: In Unterzahl fangen wir uns durch Max Moerstedt noch das 3:0 ein.

Der größte Schock: Bangen um Loïc Badé

So ärgerlich die drei Gegentore und der Verlust der Tabellenspitze auch sind – das sportliche Ergebnis rückte in der Nachspielzeit schlagartig in den Hintergrund. Bei einem Luftduell rasselten Loïc Badé und Moerstedt mit den Köpfen zusammen.

Am Radio hörte man sofort die Stille im Stadion und die ernsten Stimmen der Kommentatoren. Badé war für über eine Minute nicht ansprechbar und musste mit der Trage vom Platz gebracht werden. Zum Glück gab es nach dem Spiel zumindest erste vorsichtige Entwarnung: Er war in der Kabine wieder ansprechbar und konnte sich unterhalten. An dieser Stelle von ganzem Herzen: Gute Besserung, Loïc und Moussa! Werdet schnell wieder fit – die Gesundheit geht immer vor.

Jetzt zählt nur noch der DFB-Pokal 🏆

Lange Zeit zum Wundenlecken bleibt der Mannschaft nicht. Schon am Mittwochabend (20:45 Uhr) empfangen wir in der BayArena den 1. FC Nürnberg zur 2. Runde im DFB-Pokal.

Wir alle wissen: Der Pokal hat seine ganz eigenen Gesetze. Gegen einen hochmotivierten Zweitligisten darf man sich solche Nachlässigkeiten und Unkonzentriertheiten wie im Kraichgau nicht erlauben. Die Mannschaft muss dieses Spiel sofort aus den Köpfen bekommen, die Zweikampfhärte wiederfinden und an die eigenen Stärken glauben. Ein überzeugender Pokalfight wäre genau die richtige Antwort, um wieder in die Spur zu kommen.

Bildnachweis: © Mikes Alltags-Blog / KI generiert

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

30 Jahre Einzelhandel: Und irgendwann fragt man sich, war es das eigentlich wert?

Ich arbeite seit 30 Jahren im Einzelhandel. Drei Jahrzehnte voller Veränderungen, neuer Systeme, neuer Konzepte, neuer Führungskräfte und immer neuer Kennzahlen. Vieles davon habe ich mitgemacht, denn Veränderungen gehören zum Berufsleben dazu. Was mich heute aber zunehmend frustriert, ist etwas ganz anderes: die fehlende Wertschätzung für die Menschen, die diesen Handel jeden Tag am Laufen halten. 🏬⏱️ 30 Jahre: Wenn ich diese Zahl laut ausspreche, muss ich selbst manchmal kurz innehalten. Ich habe den Einzelhandel in einer Zeit begonnen, in der noch vieles anders war: andere Arbeitsabläufe, andere Technik, andere Anforderungen. Seitdem hat sich unglaublich viel verändert. Neue Kassensysteme kamen, digitale Warenwirtschaft, Onlinehandel, Click und Collect, Self-Checkout, Apps, neue Verkaufskonzepte, ständig wechselnde Organisationsstrukturen und vor allem immer mehr Kennzahlen. Immer wieder hieß es: Wir müssen uns verändern. Das habe ich nie grundsätzlich infrage gestellt, denn Veränd...

Irgendwo tief in mir: Gedanken über Pflicht, Familie und echte Werte 🕊️

  Manchmal genügt ein einziges Lied, um das Gedankenkarussell im Kopf mit voller Wucht in Bewegung zu setzen. Bei mir war es heute wieder der Song „Nessaja“ mit dieser einen Zeile, die mich seit vielen Jahren mitten ins Herz trifft: „Von außen wurde ich hart wie Stein und irgendwo tief in mir bin ich ein Kind geblieben.“ Wenn man einige Jahrzehnte Lebenserfahrung auf dem Buckel hat, hält man unweigerlich inne und fragt sich ehrlich, wie es eigentlich gelaufen ist und wer die Verantwortung für verpasste Chancen oder Narben auf der Seele trägt. Die ehrliche Antwort lautet schlichtweg, dass man am Ende nur sich selbst in die Pflicht nehmen kann. 💭 Familie und Fürsorge: Der Preis des persönlichen Glücks ❤️ Habe ich in den vergangenen Jahrzehnten mein ganz eigenes Lebensglück oft hintenangestellt, um verlässlich für andere da zu sein? Die Antwort lautet ohne jedes Zögern: Ja. Ich tat und tue es aus tiefster Überzeugung. Für meine geliebte Mutter, die 2023 für immer von mir gegangen ist...

Restaurant Volkskammer Berlin im Test: Lohnt sich das DDR-Lokal zum Mittagessen?

  Wer meinen Blog regelmäßig liest, weiß genau: Im Urlaub nutze ich freie Tage am liebsten für gutes Essen und spannende Entdeckungen in der eigenen Stadt. An diesem Dienstagmittag hatte ich richtig Appetit auf ehrliche, deftige Hausmannskost und bin dafür im DDR-Design-Restaurant Volkskammer nahe dem Ostbahnhof eingekehrt. Ob sich der Ausflug zwischen Retro-Kult und Küchenklassikern wirklich gelohnt hat und warum ihr hier keinesfalls spontan auftauchen solltet, erfahrt ihr in diesem Erfahrungsbericht. 🍽️ Zeitreise zum Mittagessen: Mein erster Eindruck Schon beim Eintreten fällt der Blick sofort auf die liebevoll zusammengetragene Einrichtung im gesamten Gastraum. Hier wird Geschichte nicht trocken in Vitrinen ausgestellt, sondern lebendig und greifbar gemacht. Die Tische, die zeittypische Dekoration und vor allem die roten Speisekarten im originalen DDR-Design versetzen einen direkt um ein paar Jahrzehnte zurück . Obwohl es ein ganz gewöhnlicher Dienstagmittag war, herrschte an d...