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Meine Stimme ist schon unterwegs.
Ich habe meine Briefwahlunterlagen bereits vor einigen Tagen ausgefüllt und eingeworfen. Mein persönlicher Teil ist damit erledigt. Trotzdem schaue ich mit großer Spannung auf den kommenden Sonntag.
Diese Wahl fühlt sich diesmal einfach anders an
Am 20. September entscheidet Berlin über ein neues Abgeordnetenhaus. Ein Blick auf die aktuellen Umfragen zeigt deutlich, dass es verdammt eng wird. Die Abstände zwischen den Parteien sind teilweise so klein, dass am Ende buchstäblich jede einzelne Stimme den Ausschlag geben kann. Genau deshalb hoffe ich, dass unsere Stadt am Sonntag ein klares Zeichen setzt.
Berlin darf nicht nach Sachsen-Anhalt aussehen
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat gerade erst gezeigt, wie stark die AfD inzwischen geworden ist. Das Wahlergebnis sorgt bundesweit für Diskussionen und bei vielen Menschen eben auch für echte Sorgen.
Umso wichtiger wäre es für mich, wenn Berlin einen anderen Weg einschlägt.
Berlin ist schließlich nicht irgendein Bundesland. Berlin ist die Hauptstadt. Berlin ist bunt, vielfältig, manchmal chaotisch, anstrengend und ganz sicher nicht perfekt. Aber genau diese Vielfalt gehört fest zu Berlin. Ich wünsche mir, dass unsere Stadt demokratisch bleibt und sich nicht von Wut, Frust und scheinbar einfachen Antworten leiten lässt.
Das bedeutet übrigens überhaupt nicht, dass man mit der Berliner Politik zufrieden sein muss. Ganz im Gegenteil:
Man darf sich über steigende Mieten ärgern.
Man darf über zähe Bürokratie und lange Wartezeiten schimpfen.
Man darf mit der Verkehrspolitik unzufrieden sein.
Man darf sich Sorgen um Schulen, Verwaltung, Sicherheit und die täglichen Belastungen machen.
Man darf Parteien an der Wahlurne dafür abstrafen, wenn sie ihre Arbeit schlecht machen.
Aber zwischen berechtigter Kritik und dem Glauben an einfache Parolen liegt für mich ein gewaltiger Unterschied.
Demokratie lebt nicht vom Meckern
Was mich besonders nachdenklich macht: Viele Menschen beschweren sich völlig zu Recht über Missstände, bleiben am Wahltag dann aber zu Hause. Oder sie treffen ihre Entscheidung anhand eines kurzen Social-Media-Clips, eines Memes oder eines flotten Spruchs.
Dabei haben wir mit der Wahl eine der wichtigsten Möglichkeiten überhaupt, um die Richtung mitzubestimmen.
Ich habe meine Entscheidung getroffen. Andere werden ganz anders wählen, und genau das gehört zu einer lebendigen Demokratie. Ich muss weder jedes Wahlergebnis feiern noch jede Partei mögen. Ich akzeptiere vollkommen, wenn andere Menschen anders denken und wählen.
Was ich mir allerdings wünsche, ist eine bewusste Entscheidung. Nicht aus Angst, nicht aus purem Frust und nicht, weil irgendein Influencer eine Wahlempfehlung abgibt. Sondern weil man sich wirklich anschaut, wofür die Parteien inhaltlich stehen.
Demokratie findet nicht nur an der Wahlurne statt
Ein Punkt ist mir dabei noch besonders wichtig: Demokratie besteht nicht nur darin, alle paar Jahre ein Kreuz auf einem Stimmzettel zu machen.
Man kann sich auch dazwischen einbringen.
Wer etwas verändern möchte, kann im Verein aktiv werden, sich in Bürgerinitiativen engagieren, einer Gewerkschaft beitreten oder in einer Partei mitarbeiten. Ganz besonders gilt das für Betriebsräte und Personalräte. Dort wird Demokratie nämlich ganz konkret im Alltag gelebt. Nicht weit weg im Parlament, sondern direkt vor Ort und mitten im Arbeitsleben.
Dort setzt man sich für bessere Arbeitsbedingungen ein, unterstützt die Kollegen, spricht Probleme mutig an und übernimmt Verantwortung. Das kostet Zeit, Kraft und manchmal auch Nerven. Das weiß ich aus eigener Erfahrung nur zu gut. Aber wenn wir immer nur darauf warten, dass andere etwas ändern, dürfen wir uns am Ende nicht beschweren, wenn alles beim Alten bleibt.
Demokratie braucht Menschen, die mitmachen. Nicht jeder muss Politiker werden oder Reden halten. Aber jeder kann seinen Teil beitragen. Im Betrieb, im Verein, in der Nachbarschaft oder ganz einfach, indem man sich informiert, miteinander spricht und wählen geht.
Ich hoffe auf ein Berliner Signal
Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt wünsche ich mir für diesen Sonntag ein anderes Bild. Ich hoffe, dass Berlin demokratisch bleibt, die AfD keinen Wahlsieg feiert und die Stadt zeigt, dass Zusammenhalt stärker ist als Spaltung.
Das ist meine persönliche Hoffnung, mehr nicht. Am Ende entscheidet schließlich nicht meine Meinung, sondern die Gesamtheit aller abgegebenen Stimmen. Genau darin liegt das Wesen der Demokratie.
Meine Stimme ist abgegeben. Jetzt bin ich gespannt, was Berlin daraus macht.
Sonntag wissen wir mehr.
In diesem Sinne bis bald Euer Mike

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